2.4.2 Informationsdarstellung

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Da die Darstellungsmöglichkeiten auf einer Braille-Zeile oder durch eine Sprachausgabe beschränkt sind, spielt die Repräsentation der Bildschirminformation eine erhebliche Rolle. Hierfür werden von verschiedenen Screenreadern unterschiedliche Ansätze verfolgt. Dies nennt man Offscreen-Modell (Abbildung des Bildschirms auf die Hilfsmittel).
In heutigen Screenreadern sind mehrere Offscreen-Modelle implementiert, so dass bei Bedarf, je nach darzustellender Information umgeschaltet werden kann (Tabelle flächig oder Spalte für Spalte untereinander). Hier sollen die häufigsten drei Offscreenmodelle kurz erläutert werden.


Inhaltsverzeichnis

Das Flächenmodell

Dieses Modell ist nur dort sinnvoll, wo eine möglichst große Braille-Zeile (80- stellig) vorhanden ist. Hier wird versucht, den Bildschirminhalt möglichst formatgetreu darzustellen. Dieses Modell bietet dem blinden Nutzer die Möglichkeit, sich ein rudimentäres Bild vom Aufbau des Bildschirminhaltes zu machen. Man kann hier z. B. erkennen, welche Fenster nebeneinander liegen, welche Icons sich wo befinden, wie sich Fenster überlappen können, wie sich das Bildschirmaussehen verändern kann, wenn man z. B. Fenster verkleinert, Anwendungen schließt usw. Icons werden in diesem Modell auf ihre Beschriftung reduziert und meist noch mit einem einheitlichen Icon-Zeichen versehen.
Ein „Ankreuzfeld“ wird auf der Braillezeile durch ( )Buttonname bei nicht- und (x) bei angekreuzt dargestellt.

Das Selektionsmodell

Dieses Modell versucht, dem Nutzer nur das aktuelle Geschehen mitzuteilen. Bildschirmregionen, welche gerade für die aktuelle Anwendung irrelevant sind, werden ausgeblendet. Innerhalb dieser Ansicht gehen nahezu alle topographischen Informationen verloren. Es steht hier die Anwendung an sich und nicht deren graphischer Kontext im Vordergrund. Es eignet sich sehr gut für die Benutzung von Sprachausgaben.

Das Strukturmodell

Dieses Prinzip versucht die Zusammenhänge der einzelnen dargestellten Objekte in einer Art Baum darzustellen. Da hier nicht der Ort des Geschehens, sondern sein Kontext eine Rolle spielt, bietet sich dem blinden Nutzer ein völlig anderes Aussehen des Bildschirminhaltes. Jeder Screenreader bietet eine Ausprägung dieses Ansatzes an, da sich verschiedene Gegebenheiten wesentlich besser mittels eines Baumes erklären lassen.
Ein Beispiel hierfür ist der Verzeichnisbaum des Windows Explorers. JAWS nummeriert die Verzeichnisbaumtiefen. Der Desktop hat die Nummer 1, darunter sind die Laufwerke mit deren Wurzeln auf Ebene 2, darunter die jeweiligen Verzeichnisse usw..


Kombinationsmöglichkeiten der Ansätze

Die drei Modelle werden häufig miteinander kombiniert.
Für die Ansteuerung einer Sprachausgabe ist beispielsweise nur Modell 2 oder 3 bzw. eine Kombination dieser beiden möglich. Für eine Braillezeile hingegen sind alle drei Modelle denkbar. Generell kann man sagen, dass ein Screenreader mindestens eine Ausprägung des Struktur-Modells und des Selektionsmodells beinhalten sollte.


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