3.1.2 Teilbereich Strukturanalyse
Aus SUE
In Abgrenzung zum Orca-Screenreader soll nach alternativen Strategien zur Präsentation der Bildschirminhalte gesucht werden. Existierende Ansätze nutzen verstärkt den Audiokanal und eine räumliche Anordnung von Sprache und Klängen.
Strukturanalyse und -aufbereitung
Wenn möglich sollen die dargestellten Inhalte nicht "einfach von links oben nach rechts unten" vorgelesen werden, sondern gemäß ihrer semantischen Beziehungen präsentiert werden. Dazu sollen die jeweils vorliegenden Dokumente (Textdokumente, Webseiten, ...) vorverarbeitet, also analysiert und aufbereitet, werden. Unterschieden werden dabei zwei Arten von Dokumenten: solche, die explizit annotiert und strukturiert sind, und solche, auf die dies nicht zutrifft. Beide Dokumentarten werden auf die für die Analyse relevanten Strukturen reduziert; bei unstrukturierten Dokumenten müssen fehlende Informationen nachträglich ermittelt werden. Sofern möglich, sollen auf diese Weise der Aufbau des Dokumentes, seine Elemente sowie zusammengehörige Objekte erkannt und wenn nötig ihre Funktion ermittelt werden.
Aufgabenmodelle
Als zusätzliches Hilfsmittel werden komplexe Aufgaben durch Aufgabenmodelle unterstützt.
Unter einem Aufgabenmodell verstehen wir die abstrakte Beschreibung einer Aufgabe mithilfe von Unteraufgaben. Dabei kann an einer bestimmten Stelle im Modell eine Entscheidung zwischen verschiedenen Aufgaben stattfinden, die dann jeweils andere Aufgaben nach sich ziehen. Ein Aufgabenmodell wird deshalb häufig in Form eines Baumes dargestellt, an dessen oberster Stelle eine komplexe, abstrakte Aufgabe steht. Die Blätter des Baumes bilden konkrete, atomare Aufgaben; kleine Teilschritte, die sich nicht weiter zerlegen lassen.
Es wird also eine Menge von Modellen für komplexe Aufgaben entwickelt und bereitgestellt. Eine komplexe Aufgaben kann beispielsweise das Verschicken einer E-Mail mit Anhang oder das Einkaufen im Internet sein. Die Aufgabe und damit auch das Aufgabenmodell sind dabei unabhängig vom Anwendungsprogramm, mit dem die Aufgabe ausgeführt wird. Über ein separates Mapping wird das Aufgabenmodell mit einem konkreten Anwendungsprogramm verbunden, so dass z.B. die E-Mails unter Linux sowohl mit Evolution als auch mit Mozilla Thunderbird (jeweils über eigenes Mapping) geschrieben werden können.
Dazu wird eine Engine entwickelt, die ausgehend von einem Aufgabenmodell und einem Mapping mit der Anwendung und dem Benutzer interagiert. Gleichzeitig bleibt die graphische Darstellung dessen, was passiert, erhalten (für die Zusammenarbeit mit Sehenden, zur Adminstration und für Tests). Zusätzlich ist eine Liste ausgeführter bzw. aktuell ausführbarer Aufgaben denkbar, die bei der Orientierung hilft.
Zusätzlich zu den mit dem Produkt ausgelieferten Aufgabenmodellen sollen natürlich Modelle für weitere Aufgaben erstellt werden können. Hier sollen die zukünftigen Benutzer in die Entwicklung einbezogen werden, wobei ihnen passende Hilfsmittel zur Verfügung gestellt werden, beispielsweise in Form eines Aufgabemodell-Editors.
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