3.2 Implementierung
Aus SUE
Für Assistive Technologies (AT) unter Linux ist der GNOME-Desktop die beste Entwicklungsumgebung, da dieser eine eigene Accessibility-Schnittstelle zur Verfügung stellt: die AT-SPI-Schnittstelle (Assistive Technology Service Provider Interface).
Mit Hilfe dieser Schnittstelle ist es möglich, die notwendigen Informationen aus bestimmten Programmen auszulesen und Sehgeschädigten zu präsentieren. Zugänglich über AT-SPI sind Mozilla-Anwendungen, das OpenOffice-Paket und Programme, die entweder in Java geschrieben wurden oder die Bibliothek GTK+ verwenden. Diese Zugänglichkeit ist jedoch nur dann gewährleistet, wenn der Programmierer explizit die Accessibility in seine Anwendung integriert.
Die derzeitig vorhandenen Linux-Screenreader Orca und LSR sind in der Programmiersprache Python geschrieben, die eine sehr gute Schnittstelle zu AT-SPI, das pyatspi, bietet. Davon werden wir in unserem Projekt profitieren.
Für die Sprachausgabe können verschiedene Sprach-Synthesizer verwendet werden, z.B. eSpeak, Festival, flite, usw. Die Anbindung dieser Synthesizer an den Screenreader erfolgt entweder über gnome-speech oder den Speech-Dispatcher. Die Verwendung von gnome-speech erzeugt allerdings manchmal eine abgehackte Ausgabe der Sprache. Der Speech-Dispatcher liefert hier bessere Ergebnisse und wird ständig weiterentwickelt. Aus diesem Grund würden wir zur Zeit den Einsatz des Speech-Dispatchers empfehlen.
Zur Anbindung der Braillezeile setzen wir brlTTY ein.
SUE wird hautsächlich auf zukünftigen Zielsystemen entwickelt.
Da wir es mit Python als Programmiersprache zu tun haben, setzen wir als Entwicklungsumgebung die Wingware Python IDE ein.
Fünf plus drei
Für die fünf (plus drei) Aufgaben, die SUE unterstützen soll, haben wir verschiedene Anwendungen ausgewählt, die ihrerseits ebenfalls frei erhältlich sind:
- Ubuntu integriert den GNOME-Desktop, der einfach zu handhaben, benutzerfreundlich und speziell für Barrierefreiheit programmiert ist. Mit jeder neuen Version stehen mehr Accessibility-Features zur Verfügung. Ubuntu ist in Verbindung mit dem Gnome-Desktop daher bestens für SUE geeignet.
- Als Webbrowser wird Mozillas Firefox ab Version 3.0 eingesetzt, da erst diese Version die Zugänglichkeit von Webseiten für Blinde und Sehbehinderte unterstützt. Die mit Ubuntu 7.10 (Gutsy Gibbon) ausgelieferte Version 2.0 des Web-Browsers Firefox ermöglicht das Lesen von Webseiten mithilfe eines Screenreaders noch nicht. Nachdem die Version 3.0 bereits seit einiger Zeit als Alpha-Version verfügbar war, erschien am 20. November 2007 die Version 3.0 Beta 1. In Ubuntu 8.04 (Hardy Heron) ist sie, wenn auch nur als Beta-Version, direkt integriert.
- Die Email-Bearbeitung werden wir vorerst mit Evolution unterstützen.
- Für die Arbeit mit Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentationen und Datenbanken werden wir das OpenOffice-Paket heranziehen.
- Welches Programm im Umgang mit PDF-Dokumenten eingesetzt wird, ist derzeit noch nicht entschieden. Der häufig verwendete Acrobat Reader setzt beispielsweise auf eine eigene Lösung für die Zugänglichkeit von PDF-Dokumenten, während das in der Ubuntu-Distribution enthaltene Evince zur Zeit kaum zugänglich ist.
Weblinks
- Das GNOME-Projekt
- Assistive Technology Service Provider Interface (AT-SPI)
- Orca
- Linux Screen Reader (LSR)
- pyatspi
Pfad: 3 Entwicklung des Screenreaders >> 3.2 Implementierung

