4.4.1.2 Modul 2 – Betriebssysteme
Aus SUE
Autoren: Andrea Gaal, Gerhard Jaworek
Gestaltung: Susanne Schneider
Datum: 25.11.2009
Copyright: Copyright © 2009 KIT - Studienzentrum für Sehgeschädigte
Inhalte:
- Bedienung von Linux
- Benutzergruppen, Dateiverwaltung und Zugriffsrechte
- Navigation auf der grafischen Benutzeroberfläche und Textkonsole
Betriebssystem
Starten des Computers und Einloggen
Folgen Sie den aufgeführten Anweisungen:
- Trommelgeräusch fordert zum Login auf
- Benutzername eingeben und mit (Enter) bestätigen
- Passwort eingeben und mit (Enter) bestätigen
- war der Login erfolgreich, erklingt die Startmusik
- andernfalls ertönt nach kurzer Zeit die Trommel und fordert zum erneuten Versuch auf
Während dieser Prozedur ist auf der Braillezeile die Meldung „screen not in textmode“ zu lesen. Dies liegt daran, dass der Screenreader standardmäßig nicht automatisch startet.
Starten von brlTTY und Screenreader
Nach erfolgreichem Login erscheint die grafische Oberfläche Gnome.Startet der Screenreader nicht automatisch (Braillezeile bleibt unverändert, Sprachausgabe bleibt stumm), muss er manuell gestartet werden.
Hierzu wechseln Sie zur Eingabeaufforderung (Alt+F2), um das Programm über die Tastatur zu starten. Dazu muss der Name des Screenreaders eingegeben und mit (Enter) bestätigt werden.
Starten von SUE: sue
Alternativ Start von ORCA: orca
Nach kurzer Zeit meldet sich die Sprachausgabe und die Anzeige auf der Braillezeile verändert sich. Das Braillezeilen-Steuerprogramm brlTTY (Screenreader für die Textkonsole) startet in der Regel automatisch. Dies wird durch einen Doppelton während des Bootvorgangs und dem „Anspringen der Braillezeile“ sichtbar.
Die Bedienung von Gnome
Der Desktop
Der Gnome-Desktop erscheint unmittelbar nach dem graphischen Login. Er besteht aus drei Teilen zwischen welchen mit (Strg+Alt+Tab) gewechselt wird.
Die Teile heißen:
- oberes Kantenpanel
- Desktop
- unteres Kantenpanel
Standardmäßig ist der Desktop focussiert. Hier legen Sie Verknüpfungen für häufig verwendete Anwendungen ab. Mit den Cursortasten markieren Sie die Desktopeinträge, Enter führt die Verknüpfung aus.
Im oberen Kantenpanel befinden sich Icons für die wichtigsten Funktionen, wie z.B. Webbrowser, E-Mail oder Hilfe.
Der unteren Kantenpanel ist mit der Taskleiste unter Windows vergleichbar. Dort befinden sich beispielsweise minimierte Anwendungen und der Papierkorb.
Aufbau eines Anwendungsfenster
Das Anwendungsfensters ist folgendermaßen aufgebaut:
Titelleiste: Sie befindet sich am oberen Rand des Fensters. Hier wird der Name der Anwendung (z. B. Editor) und der Dateiname des geöffneten Dokuments angezeigt. In der rechten Ecke befinden sich die Icons zum Maximieren und Minimieren sowie zum Verschieben und Schließen des Fensters.
Menüleiste: Sie liegt unterhalb der Titelleiste und enthält die Überschriften der Hauptmenüs. Durch Klicken auf einen dieser Punkte, klappt sich das jeweilige Untermenü aus. Die Menüleiste ist von Programm zu Programm unterschiedlich aufgebaut. Der erste Punkt links bezeichnet meist das Dateimenü und der letzte Punkt rechts das Hilfemenü. In die Menüleiste gelangen Sie immer mit (F10).
Symbolleiste: Sie enthält häufig benötigte Funktionen und ist für die Arbeit mit der Maus ausgerichtet.
Statusleiste: Sie bildet den Abschluss eines Anwendungsfensters und liegt in der Regel am unteren Fensterrand. Hier sind Informationen zum aktuellen Status der Anwendung aufgeführt.
Funktionen eines Anwendungsfenster:Minimieren, Maximieren, Verschieben, Schließen
Die Funktion Maximieren vergrößert das Anwendungsfenster maximal (ganzer Bildschirm). Minimieren hingegen verkleinert das Fenster um etwa die Hälfte, so dass Platz für weitere Anwendungen geschaffen wird.
In die Taskleiste „verschieben“ entfernt das Anwendungsfenster vom Bildschirm. Die Anwendung erscheint nun in der Taskleiste, wo sie bei Bedarf wieder aufgerufen werden kann. In diesem Zustand ist das Programm nicht beendet, sondern lediglich „eingefroren“. „Schließen“ bedeutet, dass die Anwendung tatsächlich beendet wird. Sind Veränderungen eines Dokuments noch nicht gespeichert, wird dazu aufgefordert.Der Aufruf dieser Funktion erfolgt entweder durch Anklicken des entsprechenden Symbols in der rechten oberen Fensterecke oder per Tastatur. Die Kombination (Alt+Leertaste) öffnet das zugehörige Menü. Hier besteht die Möglichkeit, das Entsprechende entweder mittels der Cursor- und Enter-Tasten zu markieren und auszuwählen oder direkt durch die Kurztaste den Befehl auszulösen.Die schnellste Art ein Fenster zu maximieren: (Alt+Leertaste,x).
Wechsel zwischen offenen Fenstern
Eine wichtige Grundeigenschaft heutiger Betriebssysteme ist die Multitasking-Fähigkeit. Das bedeutet, dass mehrere Programme gleichzeitig geöffnet sein können. Von diesen ist jeweils eines im Vordergrund und hat den Fokus. Fokus bedeutet, dass alle Ein- und Ausgabegeräte (Maus, Tastatur, Lautsprecher) der Anwendung im Vordergrund stehen. Das bezieht sich ebenso auf den Screenreader, so dass – egal wie viele Anwendungen geöffnet sind – immer das Gefühl besteht, als wäre nur eine Anwendung offen. Zwischen Anwendungen wird mit der Tastenkombination (Alt+Tab) gewechselt. Die Reihenfolge der Anwendungen kann sich ändern, da immer die zuletzt benutzten in der Reihe aufrücken.
Übersicht der Kurztasten für Gnome
| Navigation auf dem Desktop | |
| (Tab) | Zum nächsten Element springen |
| (Shift+Tab) | Zum vorherigen Element springen |
| (Strg+Tab) | Zum nächsten Element springen (nur bei Anwendungen, die Tab anderweitig verwenden; z. B. in Textfeld: Tab = Tabulatorzeichen Einfg) |
| (Shift+Strg+Tab) | Zum vorherigen Element springen (nur bei Anwendungen, die Tab anderweitig verwenden) |
| (Pfeiltasten: hoch, runter, links, rechts) | Navigieren |
| (Leertaste) | Aktiviert und deaktiviert das fokussierte Element; Bsp. Control-Kästchen |
| (Esc) | Schließen des Menüs |
| (F7) | Cursor-Modus (je nach Software hilfreich, steigert die Übersichtlichkeit) |
| Allgemeine Kommandos | |
| (Alt+F1) | Startmenü öffnen |
| (Alt+F2) | „Programm ausführen“ Dialog öffnen;Eingabe wird erwartet |
| (Druck) | Erzeugt einen Bildschirmabzug (Screenshot) und bietet die Möglichkeit zum Speichern. |
| (Alt+Druck) | Erzeugt ausschließlich einen Bildschirmabzug (Screenshot) der aktiven Anwendung und bietet die Möglichkeit zum Speichern. |
| (F1) | Hilfefunktion |
| (Strg+F1) | Schaltet die Anzeige von Tooltips an und aus |
| (Shift+F10) | Öffnet ein Popup-Fenster (Kontextmenü) des fokussierten Elements, sofern vorhanden. |
Übersicht der Kurztasten für SUE und ORCA
Grundsätzlich unterscheidet der Screenreader drei „Zeigeobjekte“:
- Der „Hardcursor“ markiert immer die gerade bearbeitete Stelle eines Textes. Er kann nie aus einem Anwendungsfenster hinaus gelangen.
- Die Maus kann sich frei auch über Anwendungsfenster-Grenzen hinweg bewegen und Aktionen durch Klicks auslösen.
- Der Lesecursor steht immer an der Stelle, von der aus vorgelesen wird und ist mittels spezieller Screenreader-Kurztasten oder per Software navigierbar; er ist unsichtbar.
Kurztasten für SUE
SUE-Basisdialoge (DefaultDialogScript)
| Tastenkürzel | Beschreibung |
| (Alt+Shift+F2) | Öffnet den SUE-Einstellungsdialog |
| (Alt+Shift+F3) | Öffnet den Script-Einstellungsdialog |
| (Alt+Shift+F4) | Öffnet eine Übersicht über alle derzeit verfügbaren Tastenkürzel, geordnet nach ihrem jeweiligen Eltern-Script |
| (Alt+Shift+q) | Beendet SUE |
Sprachausgabe (BasicSpeechScript)
| Tastenkürzel | Beschreibung |
| (Strg) | Stoppt die aktuelle Sprachausgabe. |
| (Alt+Shift+Bild hoch) | Erhöht die Sprachgeschwindigkeit. Wird diese Funktion nicht vom aktuell eingestellten Ausgabegerät unterstützt, passiert nichts. |
| (Alt+Shift+Bild runter) | Verringert die Sprachgeschwindigkeit. Wird diese Funktion nicht vom aktuellen Ausgabegerät unterstützt, passiert nichts. |
| (Alt+Shift+?) | Gibt die aktuelle Position aus - "Wo bin ich?" |
| (Alt+Shift+t) | Gibt das oberste Element aus. Meistens ist es der Titel des aktiven Fensters. |
| (Alt+Shift+Pfeil runter) | Liest alle vorhandenen Informationen vor. |
| (Alt+Shift+f) | Gibt verschiedene Text-Attribute aus. Es wird zwischen Farb- und Text-Attributen gewechselt. Als erstes wird die Schriftfarbe und die Hintergrundfarbe ausgegeben, gefolgt von den jeweiligen RGB-Werten. Beim wiederholtem Drücken des Tastenkürzels werden die Text-Attribute im Format (Name - Wert) ausgegeben. |
| (Alt+Shift+d) | Gibt eine Element-Beschreibung aus. |
Braille-Ausgabe (BasicBrailleScript)
| Tastenkürzel | Beschreibung |
| (Scroll Left) | Bewegt die Braille-Ausgabe eine Zelle nach links. |
| (Scroll Right) | Bewegt die Braille-Ausgabe eine Zelle nach rechts. |
| (Page Left) | Bewegt die Braille-Ausgabe um die Anzahl der Braille-Module nach links. |
| (Page Right) | Bewegt die Braille-Ausgabe um die Anzahl der Braille-Module nach rechts. |
| (Cursor-Routing-Tasten) | Bewegt den Cursor an die dem Braille-Modul entsprechende Position |
| (Pos1) | Springt zum ersten Zeichen eines Textabschnittes. |
| (Line Begin) | Springt zum ersten Zeichen einer Textzeile. |
| (Line End) | Springt zum letzten Zeichen einer Textzeile. |
Lupenfunktion (BasicMagScript)
| Tastenkürzel | Beschreibung |
| (Alt+Feststelltaste+Bild hoch) | Erhöht den Zoomfaktor |
| (Alt+Feststelltaste+Bild runter) | Verringert den Zoomfaktor |
Übersichtsmodus (ReviewScript)
| Tastenkürzel | Beschreibung |
| (Alt+Shift+u) | Bewegt den Pointer zum Anfang des vorausgehenden Objektes und gibt die Bezeichnung oder den enthaltenen Text des Objektes aus. Der Pointer geht nicht weiter, wenn das erste Element der aktuellen Anwendung erreicht ist. |
| (Alt+Shift+i) | Bewegt den Pointer zum Anfang des aktuellen Objektes und gibt die Bezeichnung oder den enthaltenen Text aus. |
| (Alt+Shift+o) | Bewegt den Pointer zum Anfang des nächsten Objektes und gibt die Bezeichnung oder den enthaltenen Text des Objektes aus. Der Pointer stoppt, wenn das letzte Element der aktuellen Anwendung erreicht ist. |
| (Alt+Shift+j) | Bewegt den Pointer zum Anfang des voraus-gehenden Wortes und liest es vor. Der Pointer geht nicht weiter, wenn das erste Wort der aktu-ellen Anwendung oder des aktuellen Elements erreicht ist, abhängig von der jeweiligen Einstellung. |
| (Alt+Shift+k) | Bewegt den Pointer zum Anfang des aktuellen Wortes. Wird das Tastenkürzel mehrmals ohne Unterbrechung gedrückt, wechselt die Ausgabe zwischen Lesen, Buchstabieren und Aussprache mit phonetischem Alphabet. |
| (Alt+Shift+l) | Bewegt den Pointer zum Anfang des nächsten Wortes und liest es vor. Der Pointer stoppt, wenn das letzte Wort der aktuellen Anwendung oder des aktuellen Elements erreicht ist, abhängig von der jeweiligen Einstellung. |
| (Alt+Shift+m) | Bewegt den Pointer zum vorausgehenden Zeichen und liest es vor. Der Pointer geht nicht weiter, wenn das erste Zeichen der aktuellen Anwendung oder des aktuellen Elements erreicht ist, je nach Einstellung. |
| (Alt+Shift+,) | Der Pointer bleibt auf dem aktuellen Zeichen. Wird das Tastaturkürzel mehrmals ohne Unterbrechung gedrückt, wechselt die Ausgabe zwischen Lesen und Aussprache mit Phonetischem Alphabet. |
| (Alt+Shift+.) | Bewegt den Pointer zum nächsten Zeichen und gibt es aus. Der Pointer stoppt beim ersten Zeichen der aktuellen Anwendung oder des aktuellen Elements, je nach Einstellung. |
| (Alt+Shift+p) | Bewegt den Cursor zur aktuellen Pointer-Position. Wenn es möglich ist, wird der Fokus der Anwendung, die Markierung und der Cursor auf die Position des Pointers gesetzt. Ist es nicht möglich, wird eine Meldung ausgegeben, dass der Cursor nicht bewegt werden kann. |
| (Alt+Shift+ö) | Setzt den Pointer auf die aktuelle Cursor-Position. |
| (Alt+Shift+-) | Setzt den Mauszeiger auf die aktuelle Pointer-Position. |
Lesezeichen (BookmarkScript)
| Tastenkürzel | Beschreibung |
| (Alt+Feststelltaste+^) | Übersicht über alle gesetzten bzw. freien Lesezeichen |
| (Alt+Feststelltaste+1-0) | Setzt Lesezeichen 1 bis 0 |
| (Feststelltaste+1-0) | Geht zu Lesezeichen 1 bis 0 |
| (Alt+Shift+1-0) | Gibt die Position des Lesezeichens 1 bis 0 an |
| (Alt+Shift+Feststelltaste+1-0) | Vergleicht die aktuelle Position mit der Position des Lesezeichens 1 bis 0 |
Suchdialog (SearchScript)
| Script | Beschreibung |
| (Alt+Shift+s) | Öffnet bzw. schließt den Suchdialog |
| (Alt+Shift+w) | Sucht das vorherige Element |
| (Alt+Shift+e) | Sucht das nächste Element |
Entwicklungsmodus (DeveloperScript)
| Script | Beschreibung |
| (Alt+Caps-Lock+j) | Gibt alle verwendeten Scripte für eine Anwendung an |
| (Alt+Caps-Lock+k) | Lädt alle Scripte für eine Anwendung neu |
| (Alt+Caps-Lock+l) | Schaltet die Monitore ein bzw. aus |
Kurztasten für ORCA
Viele Kommandos werden über den rechts an der Tastatur befindlichen Nummernblock ausgeführt. Dieser ist, wie folgt, aufgebaut:
| Num | / (geteilt durch) | * (multipliziert) | - (minus) | ||||||
| + (plus) | ||||||||
| Enter | ||||||||
Anmerkung:
Die 0 (Null) wird auch als Einfüge- oder ORCA-Taste bezeichnet
Num schaltet zwischen Nummernblock-Funktionalität und Screenreader- Steuerung um. Künftig wird der Nummernblock mit Nb abgekürzt
| Lesekommandos | |
| (Nb7) | Bewegt den Lesecursor eine Zeile nach oben und liest sie vor |
| (Nb8) | Aktuelle Zeile lesen |
| (Nb9) | Bewegt den Lesecursor in die nächste Zeile und liest vor |
| (Nb4) | Liest das Wort links vom Textcursor vor |
| (Nb5) | Liest das aktuelle Wort vor |
| (Nb6) | Liest das Wort rechts vom Textcursor vor |
| (Nb1) | Liest das Zeichen links vom Textcursor vor |
| (Nb2) | Liest das aktuelle Zeichen vor |
| (Nb3) | Liest das Zeichen rechts vom Textcursor vor |
| (Nb/) | Entspricht linkem Mausklick auf Lesecursor-Position |
| (Nb*) | Entspricht rechtem Mausklick auf Lesecursor-Position |
Die Konsole
Allgemeines
Die ersten Betriebssysteme UNIX und DOS waren textbasiert. Das bedeutet, dass keine grafische Oberfläche mit komfortablen Navigations- und Ansichtsmöglichkeiten zur Verfügung stand. Konzepte wie Menüs und Icons waren gar nicht bzw. sehr rudimentär vorhanden. Alle Anwendungen wurden über das Keyboard gesteuert.
So wurde z. B. ein Menüpunkt durch das Eintippen einer Ziffer ausgewählt. Auch die Ähnlichkeit der Programmbedienung, wie sie bei grafischen Oberflächen üblich ist, gab es nicht. Dennoch ist ein Linux-System ohne Textkonsole kaum denkbar.Für die folgenden Ausführungen wird vorausgesetzt, dass mindestens brlTTY gestartet wurde.
Wechseln zur Textkonsole
Standardmäßig startet Ubuntu mit der grafischen Benutzeroberfläche Gnome. Hier erfolgt, wie in 2.1.1 beschrieben, die Anmeldung. Nun stehen bereits verschiedene Konsolen zur Verfügung. Eine Konsole stellt man sich am besten als Plattform vor. So läuft auf Konsole 7 immer die grafische Oberfläche. Konsole 1-6 sind nicht-grafische Textoberflächen, mit denen wir uns näher befassen. Die Tastenkombination zum Wechseln zwischen den Konsolen ist (Strg+Alt+F1 bis F8). F1 bis F6 sind Textkonsolen, F7 ist die grafische Oberfläche und F8 eine Service-Konsole für den Administrator.
Der Login
Erster Schritt: Mit (Strg+Alt+F1) zur Textkonsole Nr. 1 wechseln.
Auf der Braillezeile ist „Rechnername login:“ zu lesen – gefolgt vom Cursor. Die Sprachausgabe bleibt stumm, da die Textkonsole für gewöhnlich nur mit Braille zugänglich ist. Die Bildschirmlupe steht ebenfalls nicht zur Verfügung.
Nun ist der Benutzername einzugeben und mit (Enter) zu bestätigen. Als nächstes erscheint die Eingabe für das Passwort, das ebenfalls mit (Enter) bestätigt werden muss.
Achtung: Im Gegensatz zur grafischen Oberfläche, wo die eingegebenen Zeichen des Passworts als Sternchen (*) dargestellt werden, sind diese bei der Textkonsole weder am Bildschirm noch auf der Zeile zu sehen.
Nach erfolgreichem Login erscheint der sogenannte „Prompt“.
Er hat folgendes Aussehen: benutzername@rechnername~$ Cursor.
Das Paar „benutzername@rechnername“ entspricht dem Aufbau einer E-Mail Adresse, denn eine Benennung, wie t-online.de, bezeichnet nichts anderes als einen verborgenen Rechner. Das @-Zeichen dient immer als Trenner von Benutzername und Rechnername (host).
Die Tilde (~) ist der Indikator dafür, dass sich der eingeloggte Benutzer in seinem home-Verzeichnis befindet. Zu jedem angelegten Benutzer gehört ein home-Verzeichnis, in welchem er seine Daten ablegen kann und das den anderen Benutzern nicht zugänglich ist. Es ist vergleichbar mit dem Ordner „Eigene Dateien“ von Windows. Auf der grafischen Oberfläche liegt „home“ im Bereich „Persönliche Ordner“. Enthält der „Prompt“ ein Nummernzeichen vor dem Cursor, bedeutet dies, dass Sie als Superuser oder Root angemeldet sind.
Der Befehl (exit) bewirkt das Ausloggen aus dem System.
Umgang mit der Textkonsole
Wie der Name „Textkonsole“ schon sagt, werden alle Befehle und Funktionen per Text eingegeben. Jeder Befehl hat folgende Syntax:
Befehlsname {Optionen} [Parameter] {Dateiname}
Geschweifte Klammern stehen für „kann“, eckige Klammern für „muss“. Diese Konvention betrifft die gesamte Linux-Dokumentation.
Die folgende Liste soll helfen, das Konsolenkonzept zu verstehen, um damit arbeiten zu können:
| Befehl | Beschreibung | |
| cd | In das home-Verzeichnis wechseln | |
| cd [Ordnername] | change directory | In Ordner wechseln |
| chgroup | (change group) | Gruppenzugehörigkeit ändern |
| chmod | (change mode) | Rechtevergabe ändern |
| chown | Eigentümer ändern | |
| cp {Quelle} {Ziel} | copy | Kopieren von Quelle nach Ziel |
| df | disk free | Freien Speicherplatz ermitteln |
| du | disk used | Benutzter Platz auf Speichermedium |
| find | Auffinden von Dateien aufgrund des Namens | |
| grep | global regular expression print | Auffinden von Dateien aufgrund des Inhalts |
| halt | Computer herunterfahren | |
| ifconfig | Anzeige und Konfiguration der Internetverbindung | |
| iwconfig | interface wlan configuration | Konfiguration der WLAN-Verbindung |
| iwlist | interface wlan list | Anzeige aller verfügbaren WLAN-Netze |
| kill | Laufende oder abgestürzte Anwendung abbrechen | |
| ls | list | Inhalt des Ordners anzeigen |
| man [Befehl] | manual | Aufruf der Hilfeseite zu einem bestimmten Befehl |
| mkdir | make directory | Erstellen von Verzeichnissen |
| more | Bildschirmweise Anzeigen von Dateiinhalten | |
| mount | Einhängen von Speichermedien | |
| umount | Aushängen von Speichermedien | |
| mv | move | Umbenennen oder Verschieben von Dateien und Verzeichnissen |
| passwd | Passwörter setzen | |
| ps | process | Anzeige der laufenden Prozesse |
| reboot | Computer neu starten | |
| rm [Dateien] | remove | Löschen von Dateien |
| rmdir | Löschen von Verzeichnissen | |
| sort | Sortieren von Daten, z. B. alphabetisch aufsteigend | |
| useradd oder adduser | Benutzer anlegen | |
| userdel | Benutzer löschen | |
| wc | word count | Zählen von Zeichen, Wörtern und Buchstaben |
Eine hilfreiche Eingabefunktion ist „Auto-Complete“.Häufig genügt es, nur einige Anfangsbuchstaben eines Befehls, Parameters oder Dateinamens einzugeben und diesen dann durch (Tab) zu vervollständigen.Ergänzt die Auto-Vervollständigung nicht den ganzen Namen oder Befehl, so liegt es daran, dass zwei oder mehr Namen bzw. Befehle bis zu der Stelle identisch sind.Ist dies der Fall, werden Ihnen durch erneutes Drücken von (Tab) alle möglichen Zeichenfolgen angezeigt. Sie müssen nun die Zeichenkette bis zum nächsten Zeichen vervollständigen, an dem sich alle angezeigten Wörter unterscheiden. Dann wird mit (Tab) weiter ergänzt.
Als weiteres Konzept soll das „pipe-Konzept“ erwähnt werden. Die Ausgabe von Befehlen, z. B. der Inhalt eines Ordners, kann direkt als Parameter einem weiteren Befehl mitgegeben werden (gepipet werden), so dass eine Befehlskette entsteht, in welcher der nachfolgende Befehl die Ausgabe des vorangegangenen verarbeitet. Damit lassen sich sehr komplexe Befehlsausdrücke formulieren. Sollen zwei Befehle miteinander verbunden werden, geschieht dies durch das Zeichen senkrechter Strich (|).
Beispiel: In einem Ordner befinden sich zahlreiche Dokumente. Es soll eine Befehlskette kreiert werden, die eine Liste aller Dokumente am Bildschirm ausgibt, die Linux zum Inhalt haben.
Ordnerinhalte werden grundsätzlich mit dem Befehl „ls“ angezeigt.
Der Befehl „grep“ erlaubt es, nach Schlüsselwörtern in Dateien zu suchen.
Die Befehlskette wird aus beiden obigen Befehlen gebildet:
ls|grep Linux
Erklärung: Befehlsketten werden von links nach rechts ausgewertet. ls gibt eine Liste aller Dateien aus. Diese wird mittels des Pipe-Symbols in den Befehl „grep“ eingespeist. „grep“ untersucht jedes Element der Liste, also jede Datei, nach dem Schlüsselwort Linux. Wird grep fündig, wirft es den Dateinamen und die Fundzeile aus.
Wählt man anstelle von „|“ das Größer-Zeichen (>), wird es möglich, Bildschirmausgaben in eine Textdatei umzuleiten.
Benutzergruppen, Zugriffsrechte, home-Verzeichnis, der Benutzer Root
Dar Hauptbenutzer eines Linux-Systems ist der sogenannte „Benutzer Root“.Er kann:
- alle Befehle ausführen
- Systemveränderungen vornehmen
- Benutzer anlegen und löschen
- alle Verzeichnisse, einschließlich der Unterverzeichnisse, einsehen
- Benutzergruppen verwalten ...
Ihm untergeordnet gibt es eine „Gruppe Root“. Mitglieder dieser Gruppe dürfen nahezu alles, haben jedoch keine Zugriffsrechte auf die Dateien von „Benutzer Root“. Alle weiteren Benutzer gehören in der Regel der „Gruppe Users“ an. Diese Mitgliedschaft berechtigt die Vergabe von Zugriffsrechten auf eigene Dateien und Ordner, so dass sie beispielsweise auch von anderen Benutzern gelesen, verändert bzw. ausgeführt werden dürfen.
Desweiteren stellt Linux eine fast unübersehbare Vielfalt an Gruppen zur Verfügung, die unterschiedlichste Zugriffsrechte realisieren. So muss ein Benutzer, der die Audioausgabe des PC nutzen möchte, von „Root“ in die Gruppe mit dem Namen „Audio“ aufgenommen werden.
Die zugehörigen Befehle sind:
sudoBenutzer wechselnchmodSchreib-, Lese- und Ausführrechte auf Dateien und Verzeichnisse setzenchownEigentümer und Gruppenzugriffsrechte von Dateien änderngroupmodBenutzer zu Gruppen hinzufügen oder löschen. Die genaue Syntax der Befehle ist der zugehörigen Manpage (man {befehl}) zu entnehmen.
Dateiverwaltung
Begriffe
Hierarchische Struktur der Laufwerke, Ordner und Dateien
Im Gegensatz zu Windows, wo alle Speichermedien mittels Laufwerken verwaltet werden (z. B. C = Festplatte), verwendet Linux lediglich eine einzige Verzeichnisstruktur, in welche die Speichermedien eingehängt werden. Das bedeutet, dass die Speichermedien sich nicht mehr von anderen Verzeichnissen unterscheiden.Den Vorgang des Einhängens wird „Mounten“ genannt. Dieser Befehl leitet sich vom Wort „mount“ (anhängen) ab.An dieser Stelle sei auf die Manpage von „mount“ verwiesen.
Dateien werden in Ordnern abgespeichert. Diese können auch Unterordner enthalten. Die oberste Hierarchieebene ist die Wurzel oder Root.Der Weg von der Wurzel bis zu einer Datei wird Pfad oder Path genannt.Er führt durch alle Ordner und Unterordner bis zur gewünschten Datei.Die Wurzel wird mit dem Schrägstrich oder Slash (/) bezeichnet. Dieser trennt innerhalb eines Pfades Verzeichnisnamen voneinander ab. Beispiel: /home/benutzer/datei
Der Prompt auf der Textkonsole zeigt an, in welchem Verzeichnis man sich gerade befindet. Eine Wellenlinie am Ende des Prompts bedeutet, dass sich der Nutzer in seinem home-Verzeichnis befindet. Dies ist z. B. nach erfolgreichem Login auf der Textkonsole der Fall. Ein Nummernzeichen am Ende des Prompts zeigt an, dass der Benutzer als Root eingeloggt ist.
Dateien und Ordner
Arbeiten mit dem Explorer Nautilus
Der Benutzer ist erfolgreich eingeloggt und der Screenreader bereits gestartet.Mit (Alt+F1) öffnet sich das Hauptmenü des Desktops. Es besteht aus drei Registerkarten: ANWENDUNGEN, ORTE und SYSTEM. Durch Pfeil rechts gelangt man auf die Registerkarte ORTE. Mit Pfeil hoch und runter wird zwischen allen Verzeichnissen innerhalb einer Ebene navigiert.Sind Unterverzeichnisse vorhanden, werden diese mit Pfeil rechts und links aus- bzw. wieder eingeklappt.
Dateien werden ebenfalls mit den Pfeiltasten markiert und mit der Enter-Taste geöffnet. Was beim Öffnen der Datei passiert, hängt vom Dateityp ab.Mit (Strg+Pfeil hoch/runter) kann durch die Dateien gebrowst werden, ohne sie zu markieren; die Markierung erfolgt mit (Strg+Leertaste) für jede Datei. Sollen mehrere nicht untereinander liegende Dateien kopiert werden, ist diese Methode sinnvoll.(Shift+Pfeiltasten) markiert untereinander liegende Dateien.Zu beachten ist hier, dass die Strg- bzw. Shift-Taste bei der gesamten Durchführung nicht losgelassen werden dürfen; sonst gehen alle zuvor getätigten Aktionen verloren.
Mit der Tastenkombination Shift + F10 öffnet sich das Menü zum Anlegen, Kopieren, Verschieben, Umbenennen usw. von Dateien und Ordnern.Der Menüpunkt EIGENSCHAFTEN stellt auf 5 Registerkarten Informationen über Ort, Größe, Zugriffsrechte usw. zur Verfügung.Die Menüpunkte werden mit der Enter-Taste ausgewählt und mit (Alt+F4) wieder geschlossen.
Die Textkonsole: Anzeigen und Erstellen eines Ordners
Da es auf der Textkonsole keine Menüs gibt, werden Operationen auf Ordner und Dateien mit Befehlen durchgeführt. Diese sind unter 2.1.4.3 „Umgang mit der Textkonsole“ aufgeführt. Der Befehl (ls –l) zeigt die Ordner- und Dateiliste zusammen mit verschiedenen Attributen an.Mit (ls –l|(Pipe)more) wird die Ordnerliste bildschirmweise angezeigt.
Die Liste ist wie folgt aufgebaut: sie besteht aus mehreren Spalten: Die linken Spalten enthalten Informationen über Eigentümer- und Zugriffsrechte. In den rechten Spalten sind allgemeine Datei-Attribute, wie Dateiname, Erstellungsuhrzeit, Erstellungsdatum und Dateigröße aufgeführt. Die wichtigste Spalte links außen beschreibt die Zugriffsrechte. Sie besteht aus drei Trippeln (rwx).r bedeutet Leserecht, w Schreibrecht und x Ausführrecht. Das erste Trippel zeigt die Rechte des Eigentümers, das zweite die Rechte der Gruppe und das dritte die Rechte aller anderen Nutzer. Beginnt die Spalte links mit einem d, bedeutet dies, dass es sich um einen Ordner (directory) handelt. Ferner enthält die Tabelle Spalten mit detaillierter Gruppenzugehörigkeit und Gruppen-IDs.
Arbeiten mit Dateien
Dateitypen: Textverarbeitungsdatei, Tabellenkalkulations-datei, Datenbankdatei, Präsentationsdatei, PDF, Bilddatei, Audiodatei, komprimierte Datei, ausführbare Datei
Daten werden grundsätzlich in Dateien gespeichert.Verschiedene Anwendungen benutzen unterschiedliche Dateitypen. Diese Typen sind meist an der Endung des Dateinamens zu erkennen.Beispiele:
| Textverarbeitungsdatei | *.txt, *.odt |
| Tabellenkalkulationsdatei | *.od |
| Datenbankdatei | *.odb |
| Präsentationsdatei: | *.odp |
| PDFs: | |
| Bilddatei: | *.gif, *.jpg, *.png, usw. |
| Audiodatei: | *.wav, *.mp3 |
| komprimierte Datei: | *.zip |
Ausführbare Datei: Unter Linux gibt es keine *.exe oder *.com Dateien.Ausführbare Dateien, z. B. ein Programm, haben häufig keine Endung.Um Dateien ausführen zu können, muss immer das Ausführrecht x gesetzt sein.
Textverarbeitungsprogramm: gedit
Im Desktopmenü (Alt+F1) befindet sich auf der Registerkarte ANWENDUNGEN der Menüpunkt ZUBEHÖR. Klappt man diesen auf, gelangt man zum TEXTEDITOR. Markiert man diesen und bestätigt mit (Enter) öffnet sich das Textverarbeitungs-programm „gedit“. Ein leeres Dokument wird geöffnet, in das Text eingegeben werden kann. Über (Alt+d) öffnet sich das Dateimenü. Mit den Pfeiltasten hoch/runter oder über die Kurztaste s erscheint der Speicherdialog, wo SPEICHERORT, DATEINAME und DATEITYP festgelegt werden können. Für die Textkonsole stehen diverse Editoren, wie VI, Joe und Nano zur Verfügung.
Ändern des Dateistatus: schreibgeschützt, gesperrt, Schreib- und Lesezugriff
Linux verfügt über eine strikte Zugriffsrechte-, Gruppen- und Benutzerverwaltung.Im Datei-Browser Nautilus kann diese über das Kontextmenü EIGENSCHAFTEN eingestellt werden. Das Menü besteht aus 5 Registerkarten: GRUNDLEGEND, EMBLEME, ZUGRIFFSRECHTE, ÖFFNEN mit und NOTIZEN.
Auf der Textkonsole stehen für die Rechteverwaltung die Befehle chmod, chown, chgrp, groupmod und groups zur Verfügung.Auch hier sei auf die einschlägigen Manpages verwiesen.
Sortierung von Dateien
Es empfiehlt sich als Erstes im Nautilus mit (Strg+2) oder über das Ansicht-Menü auf die Listenansicht umzustellen.Z u einer Datei wird immer der Name, die Größe, der Typ und das Änderungsdatum mit angegeben. Nach diesen 4 Kriterien kann die Liste auf- oder absteigend sortiert werden. Dies geschieht durch einen linken Mausklick (Nb/) auf die Spaltenüberschrift. Ein weiterer Klick kehrt die Sortierreihenfolge um.
Wie schon gezeigt, wird der Inhalt eines Ordners auf der Textkonsole mit dem Befehl (ls) angezeigt. Die pipe der beiden Befehle (ls|more) zeigt den Inhalt bildschirmweise an. Mit dem Befehl (sort) kann nach verschiedensten Kriterien sortiert werden, so dass die pipe nunmehr aus den drei Befehlen (sort), (ls) und (more) besteht. Mit (grep) kann man in einer Datei oder einem Datenstrom nach Schlüsselwörtern suchen. Das bedeutet, dass sehr mächtige pipes mit (grep) und den obigen Befehlen erstellt werden können. Mit (find) kann eine Datei aufgrund ihres Dateinamens gesucht werden. Es empfiehlt sich eine einmal erstellte lange Pipe direkt in einem Skript abzuspeichern, um sie komfortabel immer wieder zur Verfügung zu haben.
Löschen und Wiederherstellen
Dateien und Ordner
Auf der grafischen Oberfläche gibt es das Konzept des Papierkorbes. Das bedeutet, dass Dateien oder Verzeichnisse, die im Browser Nautilus mit der Entf-Taste oder über das Kontextmenü gelöscht, lediglich in den Mülleimer verschoben werden. Somit besteht die Möglichkeit, gelöschte Dateien oder Verzeichnisse wieder herzustellen. Dazu müssen sie aus dem Papierkorb an einen anderen Ort zurück kopiert werden. Zu bedenken ist, dass der Papierkorb sehr groß werden kann, so dass es sich empfiehlt, diesen von Zeit zu Zeit zu leeren.
Konsole (rm, mv)
Auf der Konsole steht kein Papierkorb zur Verfügung. Das bedeutet, dass der Benutzer keine Möglichkeit mehr hat, etwas wiederherzustellen, was mit der Konsole gelöscht wurde. Mit dem Befehl Move (mv) werden Dateien und Ordner verschoben. Remove (rm) löscht Ordner und Dateien.
Suchen
Funktion Suchen
Öffnen Sie mit (Alt+F1) das Desktop Hauptmenü!Wechseln Sie mit Pfeil rechts auf die Registerkarte ORTE! Suchen Sie mit Pfeil runter den Menüpunkt NACH DATEIEN SUCHEN ... und bestätigen Sie mit (Enter). Es öffnet sich das Such-Fenster. Es enthält ein kombiniertes Eingabefeld, in das entweder der Suchtext direkt eingegeben oder früher eingegebene Suchbegriffe wieder ausgewählt werden können. Mit (Alt+Pfeil runter) öffnet die Liste der Suchbegriffe.Mit (Tab) und (Shift+Tab) gelangt man zu den verschiedenen Elementen des Menüs, z. B. Suchen-Button.Mit (Alt+F4) oder dem Schließen-Button wird die Suche beendet.
Für die Textkonsole stehen sehr mächtige Suchbefehle zur Verfügung. Mit (find) und (locate) lassen sich Dateien anhand ihres Dateinamens oder einem Teil auffinden. Der Befehl (grep) erlaubt es, Dateien aufgrund ihres Inhalts aufzuspüren. Diese Befehle verfügen alle über zahlreiche Parameter, um die Suchkriterien festzulegen (siehe Manpage). In Kombination mit dem Befehl (sort) können mit einer pipe sehr übersichtliche und mächtige Suchausgaben erzeugt werden.
Platzhalter/Wildcards
In den meisten Fällen ist einem bei der Suche nach einer Datei oder deren Inhalt der Dateiname nur bruchstückhaft bekannt. Die Lösung hierfür stellt das Konzept der Wildcards dar. Nicht bekannte Teile werden durch sogenannte Platzhalter (*) repräsentiert. So lässt sich z. B. die Datei mit dem Namen Donaudampfschifffahrtsgesellschafts-kapitaen.doc auch finden, wenn man nach Donau*, *fahrt* oder *.doch sucht.Wildcards funktionieren sowohl bei der grafischen Suche als auch auf der Textkonsole.
Datei-Komprimierung
Bedeutung von Dateikomprimierung
Um Speicherplatz zu sparen und den Datenverkehr im Internet zu verringern, ist es üblich, Dateien zu packen (komprimieren).Eine gepackte Datei ist kleiner, als das ungepackte Original.Wie stark sich eine Datei komprimieren lässt, hängt von ihrem Inhalt und dem verwendeten Komprimierverfahren ab.Häufig sind diese Verfahren auf bestimmte Dateitypen optimiert.MP3-Dateien sind gepackte Musik-Dateien.Die meisten Digitalkameras speichern Bilder im JPG-Format ab. Dies stellt eine für Bilder optimierte Komprimierungsart dar.
Dateien unterschiedlichen Typs oder ganze Verzeichnisse werden in der Regel als zip-Dateien komprimiert. Man erkennt sie an der Dateiendung *.zip, *.bzip, *.gzip. Der Zipper steht auf der grafischen Oberfläche und auf der Konsole zur Verfügung.
Komprimierung von Dateien im Ordner eines Laufwerks
Im Dateibrowser wurde bereits aufgezeigt, wie Dateien und/oder Ordner markiert werden. Im Kontextmenü findet sich der Menüpunkt ARCHIV ANLEGEN..., hinter dem sich die Dateikomprimierung verbirgt.Von Archiven spricht man deshalb, weil alte oder selten benötigte Dateien in einem komprimierten zip-Archiv platzsparend abgelegt werden können. Im Menü ARCHIV ANLEGEN... kann der Dateiname, das Komprimierverfahren und der Speicherort festgelegt werden. Bei der Archivart „tar“ wird nicht komprimiert. Die markierten Elemente werden in eine zusammenhängende Datei geschrieben. „tar“ ist gut geeignet, um Daten auf Magnetbändern abzuspeichern. Es findet im Backup-Bereich seinen Einsatz. Oft begegnen einem in der Linux-Welt Dateien mit der Endung *.tar.zip. Hierbei handelt es sich um gezipte tar-Dateien.
Für die Textkonsole stehen die Komprimierprogramme tar, zip, gzip und bzip zur Verfügung. Verschiedene Parameter legen fest, ob gepackt oder entpackt werden soll (siehe Manpage).
Entpacken von komprimierten Dateien
Im Kontextmenü markierter Archiv-Dateien gibt es zwei Menüpunkte zum Entpacken. Der Menüpunkt HIER ENTPACKEN entkomprimiert die im Archiv enthaltenen Elemente am gleichen Ort.Der ARCHIVMANAGER ist eine sehr komplexe Anwendung, die zahlreiche Operationen auf und mit Archiven erlaubt. Hierzu gehören beispielsweise das Einfügen oder Löschen von Dateien, Ansicht des Archiv-Inhaltes und das Entpacken einzelner Elemente eines Archivs.
Auf der Textkonsole gibt es zwei Möglichkeiten zum Entpacken:1. Es werden dieselben Befehle wie zum Packen verwendet. Was zu tun ist, wird durch unterschiedliche Optionen festgelegt (siehe Manpage).2. Zu vielen Packern gibt es Entpacker, z. B.:zip–unzipgzip–gunzipzu tar gibt es kein untar.
Druck
Drucken aus einem Textverarbeitungsprogramm
Voraussetzung zum Drucken ist, dass ein Drucker installiert und angeschlossen ist. Zusätzlich wird ein druckbares Dokument und der Texteditor (gedit) benötigt.
1. Öffnen oder Erstellen eines Textdokuments mit dem Editor. Dieser befindet sich auf der Registerkarte ANWENDUNGEN im Untermenü ZUBEHÖR.
2. Mit (Strg+P) oder über das Dateimenü DATEI (Alt+D) – DRUCKEN öffnet sich der Druckdialog. Er besteht aus den 4 Registerkarten DRUCKER, AUFTRAG, PAPIER und LAYOUT. Unter DRUCKER wird der Drucker ausgewählt. Druckbereich und Anzahl der Kopien werden auf der Registerkarte AUFTRAG festgelegt. In der Registerkarte PAPIER können Papiergröße und Papierausrichtung ausgewählt werden. In LAYOUT wird die Druckart bestimmt, z. B. zwei Seiten auf einer. Der Button DRUCKEN startet den Ausdruck des Dokuments.
Anmerkung: Der Druckdialog unterscheidet sich in verschiedenen Anwendungen erheblich.
Pfad: 4 Schulungskonzept >> 4.4 Schulungsmodule >> 4.4.1 Block 1 >> 4.4.1.2 Modul 2 – Betriebssysteme

